musée d'histoire
post-naturelLE
Problem
Naturhistorische Museen haben einen blinden Fleck: vom Menschen veränderte Organismen sind für gewöhnlich nicht ausgestellt.
Notwendigkeit
Die Manipulation des Lebens ist ein aktuelles und kontroverses Thema. Wir brauchen einen Ort, der anhand konkreter Beispiele darüber informiert, reflektiert und diskutiert.
Lösung
Die Eröffnung eines eigenen Museums mit einer permanenten Ausstellung, die für die Öffentlichkeit frei zugänglich ist. Kein anderes Museum in Europa nimmt sich bisher dieser Aufgabe an.
Blinder Fleck
In der Schweiz sind genetisch veränderte Organismen (GVO) nur in reguliertem Umfeld untergebracht, sodass man sie nie zu Gesicht bekommt. Andererseits sind domestizierte Tiere und Pflanzen so alltäglich, dass sie uns nicht mehr auffallen. Das MHPN hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen blinden Fleck zu studieren, zu sammeln und auszustellen.
Eine faszinierende Sammlung
Haben Sie sowas schon gesehen:
· Violette Tomaten, angereichert mit Antioxidantien;
· Eine genetisch veränderte, gegen Malaria resistente Mücke;
· Eine Art von Schaf mit 4 Hörnern
· Oder auch transgene Axolotl?
Diese Exemplare existieren ausserhalb des Konsensus der Naturgeschichte. Sie haben gemeinsam, dass sie ausgewählt und künstlich manipuliert wurden.
Das MHPN besteht aus einer Kollektion von Ausstellungsstücken, die durch Prozesse wie Domestizierung, künstliche Selektion, Genmodifikation oder synthetische Biologie verändert wurden.
Transgene Axolotl
Crédit : Marko Pende & Murawala Lab,
MDI Biological Laborator.
Transgene Axolotl
Der Axolotl ist zu einem „Modellorganismus“ der wissenschaftlichen Forschung geworden. Er wird für die Erforschung seiner Regenerationsfähigkeiten gezüchtet und verwendet. Es ist eine der neuesten Erwerbungen des MHPN.
Kommende Veranstaltungen
Das MHPN ist bemüht, bereits vor seiner offiziellen Eröffnung in einer Einrichtung Ausstellungen zu schaffen.
Derzeit arbeitet das MHPN mit dem Künstler Cédric Bregnard an einer Fotoserie über post-natürliche Pflanzen. Die Fotos werden mithilfe von medizinischen Bildgebungsgeräten aufgenommen und nach einem hauseigenen Verfahren entwickelt. In dieser Ausstellung sind unter anderem zu sehen: der schärfste Chili der Welt, eine violette transgene Cherrytomate, erdlos angebauter Safran und der unverzichtbare Kaffee!